München – Vor kurzem war der Präsident der Hochschule Hof, Prof. Dr. Jürgen Lehmann, zu Gast in der BayernSPD Landtagsfraktion. Dabei nutzte er sogleich die Möglichkeit vor den Abgeordneten für die Hochschule Hof zu werben. Er skizzierte kurz die Erfolgsgeschichte, die von guten Kontakten in die Wirtschaft und das Ausland, einer qualitativ hochwertigen Lehre und Studentenbetreuung geprägt sei. War die Hochschule ursprünglich für 1200 Studenten konzipiert, so fasst sie heute bereits 3500.
Der Hofer Abgeordnete Klaus Adelt musste von Lehmann indes nicht von den Qualitäten und Vorzügen der Hochschule überzeugt werden. Für den SPD-Politiker ist klar: Die Hochschule ist „ein Glücksfall“ für Hochfranken und ein Beispiel dafür, wie positiv sich Standortentscheidungen auf eine Region auswirken können. Die Überlegungen der Staatsregierung über fünfzig weitere Hochschulstandorte zu gründen sieht Adelt allerdings skeptisch. Lehmann geht hier noch weiter: Er hält sie für kontraproduktiv. Einerseits, weil es im Bereich der Facharbeiter einen weitaus größeren Mangel an Arbeitskräften gebe als im akademischen Bereich. Andererseits, weil Splitterstandorte das Bemühen nach Interdisziplinarität der bisherigen Hochschulen unterlaufen würde. Bayern brauche eine Konzentration von Hochschulstandorten mit Rang für Wirtschaft und Forschungseinrichtungen, frei nach dem Motto ‚Klasse statt Masse.“
Die SPD-Abgeordneten sahen dies ähnlich. „Dezentralisierung ist wichtig und richtig, aber sie muss mit Verstand durchgeführt werden“, erklärt dazu Adelt. „Was nützen uns fünfzig neue Hochschulen, wenn sich ein Großteil davon als nicht lebensfähig erweist und bereits bestehende und etablierte Einrichtungen in ihrer Existenz gefährdet werden, weil man ein Überangebot geschaffen hat?“
Auf dem Foto v.l.n.r.: Klaus Adelt, MdL, Hochschulpräsident Prof. Dr. Lehmann, Isabell Zacharias, MdL, hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher.